Man verzettelt sich schnell in den Details und dabei vergisst man die fundamentalen Elemente… z.B. wie Teile der Welt funktionieren. Eine solches fundamentales Element sind die Transaktionsgebühren bei Kryptowährungen.

 

Warum Transaktionsgebühren? Letztens dachte ich darüber nach, was wohl passieren muss, damit sich Kryptowährungen durchsetzen. Eine der Hürden wäre wohl, dass Menschen verstehen, warum Transaktionsgebühren nötig sind. Für einige kann es so aussehen, als ob da jemand den Hals nicht voll bekommen kann. Die Wahrheit aber ist, Transaktionsgebühren sind ein notwendiges Übel. Aber ich denke, dass die Transaktionsgebühren von PIVX sehr nahe an dem sind, was ich als Ideal ansehe. Also legen wir los und sprechen über Transaktionsgebühren.

 

Warum gibt es Transaktionsgebühren?

Transaktionsgebühren existieren aus einem Grund. Sie schützen das Netzwerk von möglichen Spam-Angriffen. Nehmen wir Bitcoin als Beispiel, weil es eine traditionelle Proof-Of-Work-Kryptowährung ist.

Wenn Menschen Bitcoins ohne Transaktionsgebühren senden könnten, würde es niemanden davon abhalten jeden Tag tausende wenn nicht Millionen von nutzlosen Transaktionen zu initiieren. Das würde das Netzwerk belasten und Bitcoin könnte nicht als Kryptowährung funktionieren. Transaktionen würden Stunden oder viel länger benötigen.

Bei Bitcoin gibt es keine zentrale Autorität die entscheidet, ob eine Transaktion gut oder schlecht ist. Satoshi Nakamoto hat ein System geschaffen, in dem jede Transaktion bezahlt werden muss. Eine hohe Transaktionsgebühr schiebt eine legitime Transaktion an die Spitze der Warteliste.

Es ist natürlich möglich eine Bitcoin-Transaktion ohne Gebühren zu initiieren, aber die Wahrscheinlichkeit, dass so eine Transaktion durchgeführt wird, ist im Grunde null. Andere Coins wie z.B. Vertcoin lassen Transaktionen ohne Transaktionsgebühren durch, wenn im nächsten Block genügend Platz dafür frei ist. Aber in einem Netzwerk wie von Bitcoin passiert sowas nicht.

 

Das Problem mit Transaktionsgebühren im Bieterverfahren

Es wird schnell zu einem Problem, wenn das Modell so gebaut ist, dass Transaktionen bevorzugt werden, die am höchsten bezahlen. Gerade in Perioden mit hoher Nachfrage, können Transaktionsgebühren so schnell aus dem Ruder laufen. Das hat man im Herbst 2017 gesehen, als die Transaktionsgebühren von Bitcoin parabolisch anstiegen. Ähnlich war das im Netzwerk von Ethereum, als die Kitties-App dafür sorgte, dass die Transaktionsgebühren explodierten.

Schauen wir uns mal PIVX an. Wir wussten, dass es unmöglich wäre, eine Kryptowährung ganz ohne Transaktionsgebühren einzuführen. Das würde unser Netzwerk angreifbar machen. Aber wir wollten auch, dass die Transaktionsgebühren so gering wie möglich sind und dennoch das Netzwerk schützen. Wir wollten nicht, dass Transaktionsgebühren zu teuer werden könnten. Hohe Transaktionsgebühren können sich recht negativ auf die Marke einer Kryptowährung auswirken.

Das Entwicklerteam von PIVX entschied sich also für ein Modell mit einer gleichbleibenden Transaktionsgebühr von 0,00001 PIV (oder weit weniger als einen Cent). So schützen wir das Netzwerk, aber Mikro-Transaktionen sind möglich.

 

Wer erhält die Transaktionsgebühren?

Eine weitere wichtige Frage ist: wer kommt in den Genuss der Transaktionsgebühren? Bei Bitcoin gehen die Transaktionsgebühren neben der bekannten Blockvergütung an die Miner. Diese Transaktionsgebühren werden wahrscheinlich auch das einzige Incentive sein, dass Bitcoin-Netzwerk weiterhin zu betreiben wenn die letzte Bitcoin geschaffen wurde. In dem Bitcoin White-Paper schreibt Satoshi Nakamoto, dass er davon ausgeht, dass der Preis von Bitcoin dann so hoch sein wird, dass sie Miner nur noch von den Transaktionsgebühren leben können. Nakamoto: “Wenn die maximale Menge an Coins geschöpft wurde, können Transaktionsgebühren dann die Motivation darstellen, das Netzwerk weiter zu sichern; ganz ohne Inflation.” Dasselbe gilt für Ethereum; Transaktionsgebühren werden an Miner bezahlt. Es ist absolut nachvollziehbar, warum das gemacht wird.

Weil PIVX eine Proof-Of-Stake-Kryptowährung ist, gibt es keine Miner. Das Team hat ein komplett anderes System geschaffen als das von Bitcoin oder Ethereum.

Bitcoin gibt damit an, dass es eine maximale Anzahl an Coins hat. Wenn Bitcoins verloren gehen, wird die Menge an Coins für immer reduziert. PIVX auf der anderen Seite nutzt ein Modell bei dem es eine konstante Emission an Coins gibt. Dieses Modell hat ein Problem. Wenn die Anzahl der Coins unendlich groß sein kann, wie kann es dann eine Wertaufbewahrungsmöglichkeit sein? Stellt euch vor, was passieren würde, wenn jedes Jahr weiter 10 Millionen Tonnen Gold auf dem Markt erscheinen würde. Das würde Gold den Reiz nehmen.

PIVX hat eine attraktive Lösung für das Problem und Teil der Lösung sind die Transaktionsgebühren. Diese werden nämlich nicht an Miner gegeben – oder in unserem Fall an die Staker – nein sie werden verbrannt. Verbrannt bedeutet, dass diese Menge an PIV für immer vom Markt verschwindet.

Die ist Idee ist folgende: Wenn die Nachfrage im Netzwerk steigt, steigt damit auch die Anzahl der PIV, die durch die Transaktionsgebühren verbrannt werden. Dadurch wird die Emissionsrate zunächst entschleunigt, dann voraussichtlich stabilisiert und am Ende wirkt es sogar deflationär. Es wäre sogar denkbar, dass wenn Transaktionen von PIVX in der Größenordnung von Bitcoin heute lägen, das Angebot an neuen PIV in Zukunft sogar niedriger wäre als heute.

 

Der Ansturm

Bei Bitcoin gehen die Transaktionsgebühren signifikant hoch wenn die Nachfrage steigt. Das ist so damit das Netzwerk mit weniger Transaktionen gefüttert wird bei hoher Nachfrage. Das hat aber negative Auswirkungen auf sehr kleine Beträge. Dafür gibt Lösungen wie das Lightning Netzwerk.

Das Ziel von PIVX ist es allerdings, eine hohe Anzahl an Transaktionen zu bewerkstelligen, ohne, dass eine Zusatztechnologie benötigt wie Lightning wird. Könnte PIVX nach dem heutigen Stand so viel Transaktionen bewerkstelligen wie Bitcoin?

Derzeit unterstützt PIVX maximal 173 Transaktionen pro Sekunde (TPS). Dies basiert auf einem Block von 2MB jede Minute. Bei einem TPS von 173 kämen wir auf 10.380 Transaktionen pro Minute oder 622.800 pro Stunde. Ferner wird PIVX ständig weiterentwickelt und dieses Limit kann später erhöht werden.

 

Abschließende Gedanken

Wie eingangs gesagt, hilft es zu Transaktionsgebühren bei Kryptowährungen zu verstehen. Wichtig ist zu verstehen, dass PIVX eine niedrige, immer gleichbleibende Gebühr hat.

Ein neuer User von PIVX muss nur wissen, dass eine Transaktion lediglich 0,00001 PIV kostet und das zu jeder Zeit; völlig unabhängig von der Nachfrage im Netzwerk. Nicht nur das… Die Transaktionsgebühren helfen den Wert der verfügbaren PIV zu erhöhen weil Transaktionsgebühren verbrannt werden.

 

%d Bloggern gefällt das: