Unser Community-Mitglied Robert Devoe (optical88) hatte eine Fragerunde mit unserem Kryptographen Jonathon Bootle. Im folgenden das Gespräch – viel Spaß!

Warum hast du dich dazu entschieden für PIVX zu arbeiten?

Ich hatte mich für PIVX entschieden, weil ich denke, dass meine Erfahrungen gut mit denen des Entwicklerteams zusammenpassen. Ferner war ich von den Aktivitäten des Teams und der Community begeistert.

Wie planst du, dich bei PIVX einzubringen?

Es gibt viele Möglichkeiten wo man Zero-Knowledge-Proofs einsetzen kann… und ich denke, es gibt viel Potenzial um das Protokoll zu optimieren.

Du arbeitest an Bulletproofs; welche Verbesserungen wird Bulletproofs mit sich bringen? Wie wird die helfen, PIVX gegenüber anderen Coins zu differenzieren?

Der größte Vorteil wird in einer verbesserten Privatsphäre liegen, wobei die zusätzlichen Zero-Knowledge-Proofs die Effizienz nicht zu sehr einschränken werden.

War die Tatsache, dass Mary ebenfalls für PIVX arbeitet, ein Grund für dich zu PIVX zu gehen und an was arbeitet sie bzgl. Bulletproofs?

Die Beteiligung von Mary ist ein großes Plus für mich. Wir waren im  Vorfeld schon einmal Kollegen und sie hat ebenfalls Erfahrung mit der Arbeit mit Kryptowährungen und Zero-Knowledge-Proofs. Mir war also klar, dass ich mindestens mit einer Person im Team auf derselben Wellenlänge liegen würde.

Wie hat du das erste Mal von PIVX erfahren? Was im Speziellen hat sich an dem Projekt interessiert?

Ich hörte das erste Mal von PIVX durch einen Freund, der Teil des Entwicklerteams ist. Die starke Brand beeindruckte mich und die hohe Aktivität in der Entwickler-Community.

Denkst du, die Menschen unterschätzen die Notwendigkeit von Privatsphäre in einer Blockchain?

Auf jeden Fall. Die Menge an persönlichen Informationen, die man von Aktivitäten online ableiten kann, ist besorgniserregend. Selbst wenn unser Daten sicher gespeichert sind, weiß man nie, was damit zukünftig passiert. Wenn sich zum Beispiel Gesetze und Einstellungen hinsichtlich Daten signifikant ändern… Das ist insbesondere wichtig bezüglich öffentlicher Blockchains, welche von jedem eingesehen werden können.

Kürzlich hast du in einem Podcast über Zcash gesprochen. Denkst du, man kann einem solchen System vollständig vertrauen oder wird es immer einen Zweifel geben?

Es gibt immer eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass etwas falsch läuft. Vielleicht kann dieses Risiko in der Zukunft mit neuer Technologie limitiert werden.

Welche Aspekte können dazu führen, dass Kryptowährungen in den Massenmarkt vorstoßen? Ist es vielleicht das Thema Privatsphäre und Anonymität?

Privatsphäre ist bestimmt wichtig, aber Dezentralisierung und öffentliche Nachvollziehbarkeit sind viel wichtigere Faktoren. Zahlungssysteme, welche resistenter gegenüber Einflußnahme sind und auf die Dritte keinen Einfluß haben. Ich denke vielen ist Privatsphäre wichtig, aber das Wichtigste ist Komfort und die Sicherheit, dass die Systeme reibungslos funktionieren.

Was ist der Unterschied zwischen Bulletproofs und Zero-Knowledge-Proofs? Ist eines besser als das andere?

Zero-Knowledge-Proofs sind Protokolle, die es einem erlauben jemanden davon zu überzeugen, dass eine Aussage richtig ist, ohne, dass man Details darüber herausgeben muss. Bulletproofs ist ein Beispiel von Zero-Knowledge-Proof, es gibt so gesehen keinen Unterschied. Bulletproofs haben aber ein paar schöne Eigenschaften. Sie sind vielseitig und effizient, nutzen aber eine einfachere mathematische Logik als andere Zero-Knowledge-Proofs. Es gibt auch ein paar optionale Features, welche CoinJoin-ähnliche Methoden unterstützen.

Was sind die Schwierigkeiten Bulletproofs mit den Proof-Of-Stake-Modell von PIVX zu verbinden?

Im Moment sehe ich keine besonderen Schwierigkeiten. Bulletproofs ist ein effizienter und genereller Zero-knowledge-Proof für eine große Anzahl an unterschiedlichen Aufgaben. Die Idee ist es, zu schauen wo im PIVX-System diese Zero-Knowledge-Proofs eingesetzt werden können. Ich denke es wird mit der Implementierung von Bulletproofs keine Probleme geben.

Wo siehst du PIVX in zehn bis zwanzig Jahren? Nicht nur finanziell, sondern auch in technischer Sicht.

In den nächsten Jahrzehnten werden Quantencomputer Realität werden. Hoffentlich haben Kryptowährungen wie PIVX bis dahin kryptographische Antworten auf potenzielle Angriffe durch Quantencomputer. In finanzieller Hinsicht, würde ich mich freuen, wenn PIVX stärker durch Konsumenten angenommen wird, und somit seine Position unter den Kryptowährungen zementieren kann.

Kürzlich erwähntest du in einem Podcast, dass du dich viel mit Fragen zur Regulierung von sogenannten Privacy-Coins beschäftigt hast. Wenn Regierungen dezentralisierte Projekte regulieren, wo geht dann die Reise hin?

Es kommt auf die Art der Regulierung an. Ich wüsste nicht, was man zum Beispiel gegen eine aggressive Steuerpolitik tun kann. Regulierungen komplett aus dem Weg zu gehen, scheint mir unmöglich und würde Regierungen nur feindselig werden lassen und solche Projekte in den Untergrund treiben. Ich denke das Beste wird es sein, hart zu arbeiten bevor solche Regulierungen kommen; man muss das Bewusstsein für solche Projekte schärfen und die Vorteile herausstellen. Bis zu dem Punkt an dem Kryptowährungen und Blockchain allgegenwärtig sind. Meiner Meinung nach ist es so: Je größer das Bewusstsein für das Thema und je besser das Image solcher Projekte sind, umso fairer und vernünftiger werden die Regularien ausfallen.

Wenn es um Privatsphäre und Anonymität geht… siehst du in der Zukunft ein Wettrüsten zwischen Privatpersonen und Regierungen?

Ich hoffe, dass das nicht passieren wird. Einer meiner Kollegen sprach letztens davon, dass Menschen zukünftig vielleicht mehr Anonymität durch Zahlungen erhalten könnten. Ich denke wir werden einen Trend sehen, der mehr kommerzielle Produkte entstehen lässt, welche die Privatsphäre schützt.

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